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 Wenn die Welle

 

Wenn die Welle an den Felsen, wenn die Winde an den Kämmen, fort das Kommen zieht die Tiefe, bricht die Höhe, Täler folgen auf und nieder, Köpfe tanzen, Arme strecken, junge Beine springen, tauchen durch, die Nächste folgt die Senke steigt der Berg, hebt der Horizont sich höher, höher bis er schäumt, rollt und bricht, alles mit sich zieht, bis am Strand ein rasseln, spülen und zurück sich ziehen, in die Tiefe.

 

Zwischen Felsenblöcken dröhnt es, droht das ungeheure Wassertier, in die Klüfte klatscht es, reißt sich auf, sprüht die Gischt, senkt sich wieder Atem holend, bis die Nächste bricht und schreit, ein Bäumen, Beugen, nur die Möwe hinkt, eh sie aufgenommen von den Lüften über einer Welle steht,zieht hinauf, hinauf, bis sie nicht mehr kann, die Welle bricht, stürzt die Möwe wie entkräftet, fängt sich wieder bis zur Nächsten.  

 

Soller, Juli 2010